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Ermordung des Glücks

Autor: Friedrich Ani
20,00 €
über 100 Stück auf Lager
Gebunden
EAN / 13-stellige ISBN: 978-3518427552
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Rezensionen

full star full star full star full star full star empty star empty star   Das Glück ist tot
Die Ermordung des Glücks, Kriminalroman von Friedrich Ani, 317 Seiten, erschienen im Suhrkamp Verlag.
Der zweite Teil der Reihe um den Exkommissar Jakob Franck.
Als der 11-jährige Lennard Grabbe nicht nach Hause kommt und 34 Tage später seine Leiche aufgefunden wird, verschwindet für seine Eltern und Angehörigen das Glück. Die ermittelnden Beamten treten auf der Stelle. Exkommissar Franck überbringt den Eltern die schreckliche Nachricht und macht es sich zur Aufgabe den Mörder des Jungen zu finden. Er verbringt Stunden am Tatort geht die Protokolle und Zeugenaussagen immer und immer wieder durch, auf der Suche nach dem „Fossil“ wie er es nennt. Das Fossil, das Puzzleteil, das den Fall zur Aufklärung bringt. Kann es Franck, mit seiner Beharrlichkeit und der ihm eigenen Gedankenfühligkeit schaffen?
Am Anfang stehen einige Zeilen des Songtextes „I’ll remember you von Bob Dylan, was den Leser sogleich auf die Geschichte einstimmt. Das Buch umfasst 21 Kapitel mit römischen Zahlen und zum Inhalt des Kapitels passenden Überschriften. Ohne den Vorgängerband zu kennen ist es leicht, der in sich geschlossenen Erzählung zu folgen.
Bei vorliegender atmosphärisch dichter Geschichte handelt es sich nicht um einen gewöhnlichen Kriminalroman. In erster Linie um einen Roman, der menschliche Abgründe, atemlose Spannung und grenzenlose Melancholie in eindringlicher, bildhafter Sprache zum Ausdruck bringt. Das ist Friedrich Ani in seinem poetischen ganz eigenen Stil wirklich sehr gut gelungen. Von Anfang an wurde ich, schon bei der Schilderung der Todesnachricht in den Bann der Erzählung gezogen die mich bis zur Auflösung des Falls nicht mehr losließ. Die Trostlosigkeit, die tiefe Trauer, die Hoffnungslosigkeit der Mutter haben mich zutiefst berührt. Ani hat das Gefühl, keine Mutter mehr zu sein, gut eingefangen. Das Schlimmste, das Eltern überhaupt passieren kann, der Tod ihres geliebten Kindes wurde mit jedem Wort glaubhaft und nachvollziehbar geschrieben. Bis zur überraschenden Wendung am Schluss, kann man den Täter nicht erahnen. Auch die Rat- und Hilflosigkeit des Vaters ist hervorragend erzählt, die Familiensituation die sich aus der Tat ergibt hat mich sehr betroffen gemacht, dazu passt auch die Jahreszeit, die düsteren dunklen Wintermonate. Jakob Franck, der hartnäckige Exkommissar angetrieben vom Bedürfnis, den Eltern zu Klarheit zu verhelfen und auch von schmerzhaften Erinnerungen aus der eigenen Vergangenheit ist ein unglaublich fesselnder, toller Charakter, gerne würde ich noch mehrere Fälle mit ihm lösen. Einzig die Verbindung von Tanja Grabbe und ihrem Bruder Max waren stellenweise m. M. nach etwas überzogen und mir auch nicht immer ganz klar. Dazu kommt, dass mich die ganze Traurigkeit des Romans ziemlich schwermütig zurückgelassen hat, denn nicht nur Lennards Leben wurde durch die Tat zerstört, sondern auch das von Menschen in seinem Umfeld.
Diesen Krimi möchte ich gerne weiterempfehlen, an Leser die tiefgründige emotionale Kriminalromane mögen. Gerne gebe ich 5 von 7 möglichen Sternen.
16.11.2017, Ele
full star full star full star full star full star full star full star   Der zweite Fall für Jakob Franck
Einen gewöhnlichen Spannungsroman oder Krimi darf man von Friedrich Ani nicht erwarten. Genauso wenig wie einen der üblichen Ermittler.
Es sind eigenwillige Figuren, die in Anis Romanen nach so etwas wie Wahrheit suchen. Nach dem, was wirklich passiert ist, als das, was wir Verbrechen nennen, geschah. Unvergessen ist der "Vermissten-Finder" Tabor Süden, oder auch der Ex-Mönch Polonius Fischer oder der blinde Jonas Vogel.
Seit 2015 „ermittelt“ der pensionierte Kriminalbeamte Jakob Franck, einst spezialisiert darauf, Todesnachrichten zu überbringen und nun, nach seiner Pensionierung, immer noch dabei, diese ungeliebte, schwierige Aufgabe zu übernehmen. Im aktiven Dienst befinden sich sein Freund und ehemaliger Kollege André Block und die Kommissarin Elena Holland. Sie alle sind nachdenklich, introvertiert, zurückgezogen, mit mehr oder weniger gescheitertem Privatleben und unkonventionell in ihren Ermittlungsmethoden.

Und genauso ungewöhnlich sind die Fälle, die den Romanen Friedrich Anis zugrunde liegen. Keine bestialischen Ritualmorde, keine Gewalt im Bandenmilieu, keine politischen Intrigen. Es sind die stillen Fälle, die plötzlich Verschwundenen, die leisen Morde aus Verzweiflung, oder wie in Francks erstem Fall, in "Der namenlose Tag", ein 20 Jahre zurückliegender Selbstmord einer 17jährigen, in dem Franck einst ermittelte.

Diesmal ist es das Verschwinden des elfjährigen Lennard Grabbe und das Auffinden seiner Leiche 34 Tage später, um das sich das Geschehen dreht. Der Junge kam an einem kalten, stürmischen Wintertag vom Fußball, das Fahrrad war fort, gestohlen und das Handy lag zuhause. Doch was führte ihn fort von der Straße, in der Dunkelheit über den einsamen Spielplatz? Niemand hat etwas gesehen, oder doch, aber nichts Gewisses. Es sind mühsame Ermittlungen, die geführt werden, die Telefondaten aller zur Tatzeit am Tatort eingeloggten Handys müssen überprüft, alle Anwohner befragt und Verdächtige aus der Gegend vernommen werden, zum Beispiel der ehemalige Nachbar, der Lennard oft an der Schule abgepasst hatte. Vor allem müssen die Eltern betreut werden. Mit dem Überbringen der Nachricht vom Tod ihres über alles geliebten Kindes geschah die „Ermordung des Glücks“, von dem der Titel spricht. Ani beschreibt die Qual der Mutter, die völlig zerbricht. Ihre Reaktion ist extrem, vielleicht sogar ein wenig zu überspitzt. Aber was ist eine „normale“ Reaktion auf einen solchen Verlust?
„Lügen hätt ich wollen, so viel lügen und was erzählen, nur damit ich nicht kaputtgeh unter der Wahrheit. Hat nicht funktioniert, die Wahrheit war stärker. Schauen Sie mich an, ich bin so was von aus der Welt. Wie soll ich wieder reinkommen, in die Welt?“
Damit reiht sie sich ein in die lange Reihe von aus der Welt und der Zeit gefallenen Personen in den Romanen Friedrich Anis. Und sie ist dem Ermittler Jakob Franck gar nicht so unähnlich. Auch er plagt sich mit Dämonen aus der Vergangenheit, ungelösten Mordfällen, besonders dem an der eigenen Schwester vor vielen Jahren. Er kennt den Schmerz und die Verlassenheit. Vielleicht reden die anderen Untröstlichen, Ratlosen, Verlassenen, Gescheiterten, die das Buch bevölkern so offen mit ihm. Es ist aber auch seine Gabe zum Zuhören, die sie dazu ermuntert. Es ist seine „Gedankenfühligkeit“, auf die er vertraut. Dann steht er auch mal stundenlang mit dem Fußball des Jungen unbeweglich auf der Straße und wartet auf Reaktionen der Umwelt. Seine Tiefenbohrungen in die Welt der Menschen fordern Zeit und Geduld. Auch vom Leser. Sie sind praktisch das Gegenteil von Action, statt laut und spektakulär, leise, melancholisch und nachdenklich, statt schnell und atemberaubend, langsam und düster. Einsamkeit ist ein großes Motiv darin und die Verheerungen, die bei denen entstehen, die zurückbleiben. Ebenso, wie Menschen an der Unfähigkeit miteinander zu reden zerbrechen. Die Ehe der Grabbes ist schon lange gescheitert, nun zerbricht sie vollends.

Das Buch besteht zum großen Teil aus meisterhaften Monologen, dem verzweifelten Versuch, das Geschehen, das Leben, sich selbst zu verstehen. Darauf, auf das Entschleunigte, muss man sich einlassen können. Genauso wie auf die Düsternis, die unendliche Melancholie und Traurigkeit, die in Anis Büchern herrscht. Auf das gar nicht prächtige München der Randbezirke, der Aussichtslosigkeit. Dann erfährt man bei Friedrich Ani viel über die Menschen und ihren Kampf um ein bisschen Glück, und leider auch oft über ihr Scheitern. Und das in hoher sprachlicher und literarischer Qualität.
29.10.2017, Pedi
full star full star full star full star full star full star full star   Das überraschende Ende des Buches ist meiner nach ernst gemeint und drückt eine leidenschaftliche und unzerstörbare Hoffnung aus auf gelingendes und versöhntes Leben, auch nach dem Tod.
Friedrich Ani, Ermordung des Glücks. Ein Fall für Jakob Franck, Suhrkamp 2017, ISBN 978-3-518-42755-2

Selbst versierte Krimileser könnten wahrscheinlich nicht auf Anhieb sagen, wieviel verschiedene Ermittlerfiguren der Schriftsteller Friedrich Ani im Laufe seiner langen  literarischen Tätigkeit schon erfunden hat. Am bekanntesten ist wohl der Kommissar Tabor Süden, den Ani zuletzt aus dem Ruhestand noch in einigen Büchern ermitteln ließ. Wahrscheinlich auch deshalb, weil diese Serie über ein Dutzend Bücher über einen Zeitraum von fast zwei Jahrzehnten umfasste. An so manchen Ermittler, der danach folgte, und den Ani meist schon nach zwei oder drei Büchern durch einen anderen ersetzte, erinnert sich kaum noch jemand, was schade ist, denn jeder dieser Männer hatte eine außergewöhnliche Lebensgeschichte, wie sie nur Ani erfinden kann und alle einte sie eine Ermittlungsmethode, die man so bei kaum einem anderen Polizisten in der Krimiszene findet.

Anis Ermittler setzen sich selbst auf Spiel. Selbst jeweils auf unterschiedliche Arten aus der Welt gefallen und ihr eigenes Leben und seine Geschichte verloren glaubend, sind sie auf eigentümliche Weise in der Lage, das Schicksal der Täter und ihrer Opfer auf eine fast körperliche Art zu spüren und zu erleben, die sie während ihre Ermittlungen nicht selten selbst an deren Rand des Todes bringt.

Ani lässt sie mit Regelmäßigkeit auf Menschen treffen, die auf irgendeine Weise sich selbst verloren gegangen sind. Unsichtbar geworden, leben sie mitten unter uns und Ani gibt ihnen durch seine Kommissare und ihre absolut ungewöhnliche Art, Kriminalfälle zu lösen, ihr Gesicht, ihre Geschichte und ihre Menschenwürde zurück.

Sein neuer Ermittler Jakob Franck, den Ani nun schon in einem zweiten Fall präsentiert, ist so ein Sucher nach Verlorenem und Verschwundenem. Seit einiger Zeit im Ruhestand, hat er sich dort noch gar nicht recht eingerichtet, glaubt aber endlich ein Leben  jenseits der Toten  beginnen zu können, nachdem er über viele Jahre in seinem Dezernat sozusagen der Spezialist für die Überbringung von Todesnachrichten war, und das auch nach eigener Einschätzung immer ziemlich gut gemacht hat. So wie viele seiner Vorgänger lebt Jakob Franck allein, nachdem nicht nur sein  Job als Polizist seine Ehe scheitern ließ. Schon in seinem ersten Fall, „Der namensloseTag“, für den Ani völlig zu Recht den Deutschen Krimipreis erhielt, führten ihn seine Ermittlungen nicht nur in die Katakomben seiner eigenen  Vergangenheit, sondern auch auf eine ganz besondere Weise zurück in eine Verbindung zu seiner Ex-Frau Marion Siedler, die einzige Frau, die ihn wirklich kennt und versteht.

Auch im neuen Fall wird Jakob Franck schmerzlich mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert. Als nach 34 Tagen, in dem der 11-jährige Lennard Grabbe vermisst wird, seine Leiche gefunden wird, überbringt Franck den verzweifelten Eltern die Nachricht und bleibt die ganze Nacht bei ihnen, schweigend und schon hier mit der schmerzlichen Erinnerung an seine eigene in der Jugend ermordete Schwester konfrontiert.

Obwohl Franck alle Protokolle der Mordkommission, die ihn wieder um Unterstützung gebeten hat, durchgeht, und alle Zeugen erneut befrag, fehlt vom Mörder jede Spur. Mit vielen Details, die Franck so herausfindet, baut Ani eine richtige Spannung auf. Auch die umfangreiche Beschreibung des seelischen Zustandes der Eltern des Jungen und eines, wie Jakob Franck bald richtig vermutet, Geheimnisses, das den Onkel von Lennard mit dessen Mutter Tanja verbindet, unterscheidet Anis Stil und literarische Technik von den meisten anderen Kriminalromanen.

Während etwa ein Gerichtsmediziner völlig ohne Emotionen arbeitet, setzt sich Franck seinen eigenen Emotionen und denen der Menschen, denen er begegnete, bedingungslos aus. Ani beschreibt das so:
„Was Franck meinte, war sein ureigenes, professionelles, wenn nötig rücksichtsloses Zerstückeln der Umstände, das Ausgraben halbverwester Wahrheiten,  das Offenlegen ebenso verständlicher wie oftmals schmutziger Überlebenstricks. Die Aufklärung eines Mordes oder eines zwielichtigen Todes bedeutete, dass ein Kommissar das Recht hatte, die Welt des Menschen, der gewaltsam gestorben war, von Grund auf zu erschüttern und deren Bewohnern so lange mit unnachgiebiger Genauigkeit ihre Gewohnheiten zu entreißen, bis sie nackt in der Kälte standen und sich ihrer Erbärmlichkeit bewusst wurden. Erst von diesem Moment an – davon war Franck überzeugt – gelangte das Opfer auf den Weg zum ewigen Frieden.“

So wie viele seine Vorgänger ist Franck nicht religiös, hat aber immer einen Zugang zu den spirituellen Dimensionen des Lebens und den sündhaften Abgründen menschlicher Existenz. Er nähert sich ihnen mit einer von ihm selbst entwickelten  Methode, die er  „Gedankenfühligkeit“ nennt, und die ihm ungeahnte Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt nicht nur der Menschen, denen er begegnet, vermittelt, sondern auch und gerade in seine eigene.

Das macht ihn in manchen Situationen zum Therapeuten und Seelsorger, bringt ihn aber keinen Meter von seinem eingeschlagenen Weg ab. Ein Weg, der ihn Kraft kostet, aber ihn sehr nah kommen lässt, dem, was Ani seit vielen Jahren beschäftigt: der Essenz des Lebens und des Leidens.

Im neuen Fall wird von Ani die spirituelle Dimension dieser Essenz ganz besonders betont. Das überraschende Ende des Buches ist meiner nach ernst gemeint und drückt eine leidenschaftliche und unzerstörbare Hoffnung aus auf gelingendes und versöhntes Leben, auch nach dem Tod.
11.10.2017, Winfried Stanzick
full star full star full star full star full star empty star empty star   Das Glück wird ermordet
Ermordung des Glücks von Friedrich Ani ist der erste Roman den ich von dem Autor gelesen habe. Es ist der zweite Teil mit dem Ermittler Jakob Franck, einem Exkommissar. Man kann auch jetzt noch problemlos einsteigen.

Der 11jährige Lennard ist ermordet worden. 34 Tage nach dem Verschwinden des Jungen teilt Franck den Eltern den Tod des Jungen mit.
Friedrich Ani hat das Erschrecken, die Trauer und Trostlosigkeit der Eltern und des Onkels gut beschrieben.
Ich konnte mit ihnen mitfühlen, obwohl ich sie nicht in allem verstanden habe. Aber ich war Gott sei Dank nie in ihrer Lage, wer weiß, wie ich da reagiert hätte.

Besonders gut gefällt mir Franck, der sich mit seiner ruhigen verbissenen Art an der Ermittlung beteiligt. Toll, wie man an seinen Beobachtungen und Gedanken teilnehmen kann.

Der Autor hat die Personen alle sehr gut getroffen.
Die Dialoge und Überlegungen der Familie und bei der Kripo war interessant.

Bei diesem Roman ist der Titel so richtig stimmig, denn für die Familie Lennards ist das Glück ermordet worden. Wie kann man nach solch einer Tragödie normal weiterleben?
Friedrich Ani schreibt fesselnd und spannend.
Ich kann den Roman als lesenswert empfehlen und werde auch den nächsten Fall mit Jakob Franck lesen
21.09.2017, begine
full star full star full star full star full star empty star empty star   Höchste Spannung, tiefste Melancholie
Vierunddreissig Tage nach seinem Verschwinden wird Lennard Grabbe tot aufgefunden. Der elfjährige Münchner Bub, vielseitig begabt und unsichtbarer Anker in der Familie, hatte doch keine Feinde! Wer könnte ihm nach dem Leben getrachtet haben? Die Eltern sind verstört, das Dorf im Aufruhr, und Schritt für Schritt fährt das Glück in den Abgrund und reisst auch noch vieles andere mit sich – nicht nur in der Familie Grabbe. Ein kleines Universum gerät völlig aus den Fugen, und was bisher intakt war, wird gnadenlos zermalmt.
Auf der anderen Seite ist da der ehemalige Kommissar Jakob Frank, der es auf sich nimmt, den Eltern die schlechteste aller Nachrichten mitzuteilen. Als die Polizei trotz intensivem Suchen nicht weiterkommt, ermittelt er auf eigene Faust, gräbt in Akten längst verjährter Fälle, grübelt, lässt seine Gedanken «fühlen», sucht nach dem einen wichtigen Hinweis, der ihm weiterhelfen könnte. Ausgestattet mit vielen Unzulänglichkeiten und Schwächen, die man hinter der perfekten Fassade der Exekutive sonst nicht bemerkt, ist Frank ein sympathischer Ermittler. Immer getrieben vom Wunsch nach einer Lösung, immer das immense Leid der Eltern vor Augen, aber auch die eigene Vergangenheit mit ihren Niederlagen.
Das Buch entwickelt einen Sog, der gehalten wird von Spannung und dem Unerhörten, das da geschieht. Die Sprache ist schlicht, schnörkellos, klar. Ein Buch, das den Leser niedergeschlagen zurücklässt, ihn aber auch daran erinnert, dass sich in ihm selbst ebenso Abgründiges befindet, dass aber mit vermehrter Achtsamkeit einem ebensolchen Unglück entgegengewirkt werden kann. "Ermordung des Glücks" ist ein Buch, weit mehr als ein gewöhnlicher Krimi, das zur Eigenreflexion anregt.
13.09.2017, Emmmbeee
full star full star full star full star full star full star empty star   Spannung pur!
Meinung:  
Der Einstieg in die Geschichte wurde wahrlich großartig gewählt.  
Ohne Umschweife gelangt man als Leser in die spannende Geschichte, mit klopfenden Herzen und Gänsehaut verschlingt man förmlich die ersten Seiten des Thrillers. Und genau diese Spannung, weiß die Autorin durch die gesamte Geschichte hindurch beizubehalten. Es vergeht keine Seite, ohne Spannung und Nervenkitzel.  
Eine düstere Atmosphäre, die den Leser in ihren Bann zieht, rundet die Geschichte ab und macht sie zu einem beinahe perfekten Thriller.  

Fazit:  
Ein überzeugender zweiter Fall um einen Ermittler, der ebenfalls zu überzeugen weiß. Ein Buch welches mit Atmosphäre und Spannung überzeugen kann und den Leser von Seite eins fesselt.
09.09.2017, lesebiene

Klappentext

Das Glück wird ermordet, als der 11-jährige Lennard Grabbe im kalten Novembermünchen nicht nach Hause kommt und 34 Tage später als Mordopfer aufgefunden wird. Exkommissar Jakob Franck, den man bereits aus Der namenlose Tag kennt, überbringt den Eltern die schrecklichste aller Nachrichten - das Glück verschwindet. Aber auch das Glück anderer, mit Lennard in Verbindung stehenden Personen endet abrupt oder wird ermordet.
Während die Sonderkommission auf der Stelle tritt und die Familie keinen Weg findet, mit dem Verlust umzugehen, vergräbt Franck sich bis zur Erschöpfung in Zeugenaussagen und Protokollen, verbringt Stunden am Tatort und bedient sich seiner speziellen Technik der Gedankenfühligkeit - immer in der Hoffnung, das "Fossil", den einen ausschlaggebenden Faktor zur Aufklärung des Falls, ans Licht zu bringen. Angetrieben wird er dabei nicht nur von dem Bedürfnis, der Familie zu Klarheit zu verhelfen und so ihre Trauer zu lindern, sondern auch von den schmerzhaften Erinnerungen an die ungelösten Mordfälle seiner Karriere. Nach dem mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichneten Auftakt der Reihe um Jakob Franck, Der namenlose Tag, folgt nun der langerwartete zweite Teil, Ermordung des Glücks. Friedrich Ani vereint erneut grenzenlose Traurigkeit, menschliche Abgründe und atemlose Spannung in einem an Melancholie kaum zu übertreffenden Roman.

Autoreninformationen

Friedrich Ani, geboren 1959, lebt in München. Er schreibt Romane, Gedichte, Jugendbücher, Hörspiele, Theaterstücke und Drehbücher. Sein Werk wurde mehrfach übersetzt und vielfach prämiert, u. a. mit dem Deutschen Krimi Preis, dem Adolf-Grimme-Preis und dem Bayerischen Fernsehpreis. Seine Romane um den Vermisstenfahnder Tabor Süden machten ihn zu einem der bekanntesten deutschsprachigen Kriminalschriftsteller. Friedrich Ani ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und des Internationalen PEN-Clubs. Sein Roman Der namenlose Tag (2015), ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimi Preis und dem Stuttgarter Krimipreis, markierte Anis Wechsel zu Suhrkamp. Sein zweiter Roman, Nackter Mann, der brennt, erschien im Sommer 2016. Seit 2015 ist Friedrich Ani auch mit seinen Theaterstücken im Suhrkamp Theater Verlag vertreten.

Artikeldetails

EAN / 13-stellige ISBN 978-3518427552
10-stellige ISBN 3518427555
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Sprache Deutsch
Editionsform Hardcover / Softcover / Karten
Einbandart Gebunden
Erscheinungsdatum 11. September 2017
Seitenzahl 316
Format (L×B×H) 21,6cm × 13,3cm × 3,2cm
Gewicht 507g
Warengruppe des Lieferanten Belletristik - Kriminalromane
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