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Das Manifest der Toleranz

Sebastian Castellio: Von Ketzern und ob man sie verfolgen soll / Stefan Zweig: Castellio gegen Calvin.
42,00 €
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Leinen (Buchleinen)
EAN / 13-stellige ISBN: 978-3939973614
Verlag: Alcorde Verlag
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Klappentext

Als am 27. Oktober 1553 im reformierten Genf mit Miguel Servet erstmals ein »Ketzer« bei lebendigem Leib verbrannt wurde, ging ein Aufschrei der Empörung  durch die Reihen derer, die vor den Scheiterhaufen der Inquisition geflohen waren. Welches Recht hatte ausgerechnet die Reformation,  Andersdenkende zu verfolgen? War sie nicht selbst Ergebnis andersdenkender Gewissens- und Glaubensüberzeugung gegenüber der katholische Lehre?
Diese Empörung fand in dem Basler Humanisten und ehemaligen Mitarbeiter Calvins, Sebastian Castellio (1515-1564), ihre geschichtsmächtigste Stimme. Bereits kurz nach der Hinrichtung Servets erschien seine Schrift De haereticis, in der er sich mit eindringlicher Schärfe dagegen aussprach, Ketzern anders als mit »geistlichen Waffen« zu begegnen, geschweige denn sie zu töten. Wenn man Menschen wegen Habgier, Lügen und Verleumderei schon nicht töte, warum dann Ketzer? »Tatsächlich konnte ich trotz vieler Nach-forschungen darüber, was ein Ketzer sei, nichts anderes feststellen, als dass jeder für einen Ketzer gilt, der anders denkt als wir.«
Manchen sei es »verhängt, im Schatten zu leben, im Dunkel zu sterben«, schreibt Stefan Zweig. Für die Nachwelt erst recht Grund und Ansporn sein, diese aus dem Schatten der Geschichte hervorzuholen und ihnen neue Geltung zu verschaffen im Licht einer um Gerechtigkeit bemühten Öffentlichkeit. Denn wenn es darum geht - und die Zeiten sind heute nicht weniger gefährdet als vor 450 Jahren -, »Toleranz gegen Intoleranz, Freiheit gegen Bevormundung, Humanität gegen Fanatismus, Individualität gegen Mechanisie-rung, das Gewissen gegen Gewalt« (Zweig) zu verteidigen, dann ist es an der Zeit, sich nicht nur Castellios Namen zu erinnern, sondern endlich auch seine von einem tiefen, gelebten, christlichen Humanismus ge-prägten Schriften einer aufgeschlossenen Leserschaft zugänglich zu machen.

Autoreninformationen

Der Basler Humanist und Gelehrte Sebastian Castellio wurde 1515 als Sohn einer Bauernfamilie  in Savoyen geboren. Seine Studienzeit verbrachte er 1535-1540 in Lyon, wo er Griechisch und Latein studierte. 1540 zog er nach Straßburg und machte dort die Bekanntschaft von Johannes Calvin, dem späteren Reformator von Genf.  1541 wurde er als Mitarbeiter Calvins  in die Leitung des Collège de Rive nach Genf berufen. Bereits wenige Jahre später überwarf er sich wegen theologischer Fragen mit dem in Glaubensdingen strengen und unbeugsamen Calvin und übersiedelte nach Basel, wo er unter ärmlichen Verhältnissen als Korrektor und mit handwerklichen Dienstleistungen sein Leben fristete. In dieser Zeit übersetzte er die Bibel ins Französische und Lateinische und verfasste neben zahlreichen anderen Schriften die Dialogi sacri, biblische Darstellungen in Gesprächsform.
Als im Oktober 1553 in Genf auf Veranlassung Calvins der spanische Arzt und Humanist Miguel Servet aus Glaubensgründen als »Ketzer« verbrannt wurde, entfachte Castellio mit seiner nachmals berühmt gewordenen Schrift De haereticis an sint persequendi (Von Ketzern und ob man sie verfolgen soll) die erste große Debatte um die Toleranzfrage, deren Wirkungen später bis in die Erklärung der Menschenrechte reichte. Das Thema Glaubens- und Gewissensfreiheit hat ihn von da an während seines weiteren Lebens beschäftigt und ihn der ständigen Verfolgung durch Calvin ausgesetzt. Kurz nachdem er, von Krankheiten und Verbitterung zermürbt, noch einmal angeklagt wurde - diesmal wegen Ketzerei - starb er am 29. Dezember 1563 im Alter von 48 Jahren in Basel.

Inhaltsverzeichnis

Einführung
Stefan Zweig: Das Manifest der Toleranz
[Sebastian Castellio]: Historia de morte Serveti. Bericht über den Tod Servets
Sebastian Castellio: De haereticis an sint persequendi. Von Ketzern und ob man sie verfolgen soll
Sebastian Castellio: Verteidigungsschrift Castellios vor dem Basler Rat vom 24. November 1563
Hans R. Guggisberg: Sebastian Castellios De haereticis und die Toleranzdebatte 1553-1555
Anhang
1. Texte aus zeitgenössischen Übersetzungen des De haereticis,  die nicht in der lateinischen Originalausgabe enthalten sind.
2. Kleine Ketzerkunde
3. Stammtafel
4. Literaturverzeichnis
4. Personenregister

Artikeldetails

EAN / 13-stellige ISBN 978-3939973614
10-stellige ISBN 3939973610
Verlag Alcorde Verlag
Sprache Deutsch
Editionsform Hardcover / Softcover / Karten
Einbandart Leinen (Buchleinen)
Erscheinungsdatum 27. September 2013
Seitenzahl 439
Illustrationsbemerkung ca 30 Abbildungen
Originaltitel De haereticis an sint persequendi
Format (L×B×H) 22,3cm × 14,7cm × 3,5cm
Gewicht 724g
Warengruppe des Lieferanten Geisteswissenschaften - Geschichte
Mehrwertsteuer 7%

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