Der Bahnhof erwacht zum Leben! | buch7 – Der soziale Buchhandel
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Der Bahnhof erwacht zum Leben!

November 2020 · Großes Update zum buch7-Kulturbahnhof

Seit 2018 hat sich buch7 einem besonders großen Projekt verschrieben: Den alten Bahnhof von Langweid am Lech zu renovieren und als gemeinnütziges Kulturzentrum mit Leben zu füllen. Nun ist die Renovierung im Wesentlichen abgeschlossen und der Betrieb des buch7-Kulturbahnhofs läuft an.

Von der Idee bis zur Umsetzung

Wir von buch7 unterstützen bereits seit über 10 Jahren soziale, kulturelle und ökologische Projekte in ganz Deutschland über Spenden und Sponsorings. Insgesamt konnten wir schon über 600.000 € an über 100 verschiedene Projekte überweisen, von Grünhelme e.V. über foodwatch e.V. bis zu den Klinikclowns.

Die grundsätzliche Idee bei der Gründung von buch7 im Jahr 2007 war es, auch selbst aktiv zu werden und mit dem erwirtschafteten Geld eigene „Weltverbesserer“-Projekte ins Leben zu rufen. Der idealistische Gründerkreis wollte die Welt verbessern und hatte auch viele Ideen dazu, aber nicht einmal das Geld für Homepage, Räume oder Medientechnik. Was lag näher, als ein Unternehmen zu gründen (damit verdient man schließlich Geld) – und noch dazu eines, das mit einem wertvollen Produkt (dem Kulturgut Buch) viele wertvolle Projekte fördert. Nach viel Optimismus am Anfang und viel Durchhaltevermögen in den schwierigen Jahren nach der Gründung steht hinter buch7 mittlerweile ein Team von 14 Mitarbeitenden. Das Geschäftsmodell funktioniert erfreulicherweise und es werden regelmäßig vier- bis fünfstellige Spendenbeträge an viele verschiedene Projekte in ganz Deutschland (und manchmal auch darüber hinaus) überwiesen.

Das aufzubauen war natürlich ein großes Stück Arbeit – so groß, dass den Gründern kaum noch Zeit für die weiteren Weltverbesserer-Ideen über die Gründung von buch7 hinaus blieb. Diese Ideen fielen gleichsam in einen Dornröschen-Schlaf, wurden aber im Jahr 2018 durch ein altes, hässliches, leerstehendes Bahnhofsgebäude wachgeküsst. Dieses stand ungenutzt und verfallend direkt gegenüber von unserem Firmensitz in Langweid am Lech, einem Dorf in der Nähe von Augsburg – und direkt an der noch aktiven Bahnstrecke der ehemals Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahn, die unter Ludwig I. in den 1840er-Jahren errichtet wurde. Kurz nach 1900 wurde dann das jetzige Bahnhofsgebäude errichtet – mit seiner langen Geschichte also ein wertvolles kulturelles bzw. historisches Erbe und das sogar mit überraschend guter Substanz. Damals hatten die Ziegel noch keine Löcher und zur Sicherheit baute man die Wände gleich einen halben Meter dick. Es wäre vermutlich bei einem „da müsste mal jemand was machen“ geblieben, wenn buch7 nicht damals auf der Suche nach eigenen Büro-, Laden- und Veranstaltungsräumen gewesen wäre. Seit der Gründung hatten wir nie eigene Büroräume, sondern hatten alles von zu Hause, oft vom Küchentisch aus, erledigt. Anfangs war es bei 10.000 € Jahresumsatz und vielleicht 500 € Spenden pro Jahr selbstverständlich, dass wir nicht viel Geld für ein Büro ausgeben. Mit inzwischen 14 Angestellten und Tausenden Bestellungen jeden Monat wurde der Küchentisch dann irgendwann einfach zu klein. Zudem hatte buch7 keinerlei Möglichkeit, einen Laden einzurichten oder Veranstaltungen (z.B. Autorenlesungen) abzuhalten, das hätte dann die jeweiligen Privatwohnungen der Mitarbeiter doch zu sehr zweckentfremdet. Dazu kommt, dass wir ja auch mit dem Online-Buchhandel „um die Ecke“ werben und da wäre ein echter Buchladen um die Ecke, noch dazu in einer unterversorgten ländlichen Region, die perfekte Ergänzung.

So kam es wie ein Wink des Schicksals, dass beide Probleme (ein alter, verfallender Bahnhof und ein soziales Unternehmen auf der Suche nach Büro-, Laden- und Veranstaltungsräumen) uns zu einer Lösungsidee zusammenbrachten: Warum sollte nicht buch7 den alten Bahnhof vor dem Abriss retten und diesen nicht nur für eigene Zwecke nutzen, sondern bei dieser Gelegenheit etwas Besonderes, z.B. ein Kulturzentrum, auf dem in dieser Hinsicht etwas ausgehungerten Land, machen? Und warum nicht das dann noch in ein komplett gemeinnütziges Projekt verwandeln – ganz im Sinne der Gründungsidee von buch7?

Das leer stehende Bahnhofsgebäude in Langweid war für uns deshalb der perfekte Anlass, etwas Eigenes aufzubauen. Dafür wurde aus einem Team von sieben engagierten Menschen aus Langweid und Umgebung der buch7-Kulturbahnhof als unabhängige und gemeinnützige Gesellschaft gegründet. Gemeinsam mit anderen interessierten Menschen war es unser Ziel, aus einem alten Gebäude einen belebten und beliebten Treffpunkt zu machen, der am besten noch einen Beitrag leistet zu einer sozialen, ökologischen und nachhaltigen Zukunft. Durch intensive und nachhaltige Renovierungsarbeiten konnte der Grundstein für die kommenden Jahrzehnte gelegt werden, um dauerhaft einen kulturellen und nachhaltigen Treffpunkt in der Region zu etablieren. Inzwischen ist der Bahnhof kernsaniert, die Fassade erstrahlt in frischem Sonnengelb und die ökologische Wärmepumpe verbreitet angenehme Wärme. Es war ein hartes Stück Arbeit, viel mehr als gedacht, sowohl bei der Zeit als auch bei den Kosten, aber ein Berliner Flughafen ist uns erspart geblieben und bereits die 10-Jahres-Feier von buch7 konnte in der Baustelle stattfinden, während der Buchladen und das Bio-Café im Frühjahr 2019 den Testbetrieb eröffnen konnten. Im Frühjahr 2020 konnten wir durch viele ehrenamtliche Helfer (und viel Muskelkater durch das Schaufeln von dutzenden Tonnen an Erde und Beton) auch noch unsere Außenterrasse fertigstellen, die in der Corona-Zeit sehr gelegen kam und gut angenommen wurde.

Aus dem kaputten, alten, dem Verfall ausgesetzten Bahnhof ist eine mehr als ungewöhnliche Idee auf dem Weg zu einer besseren Welt geworden: Ein Kulturzentrum auf dem Land mit Platz für viele Träume und Ideen, das nun schon ein Stück Realität geworden ist und in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch viele weitere Impulse zum positiven Wandel setzen soll.

(c) Michael Eichhammer/Treasured Moments Photography

Verwendung von nachhaltigen und ökologischen Materialien

Der Bahnhof soll zu einem Treffpunkt für Menschen werden, die gemeinsam etwas bewegen wollen, die die Welt verbessern wollen oder sich für Kultur oder Literatur engagieren. Das ist es, was uns im Team beim Aufbau des Kulturbahnhofs antreibt. Um das zu ermöglichen, musste das Gebäude kernsaniert werden. Bei den Renovierungsarbeiten wurden dabei bewusst nachhaltige und ökologische Materialien, bevorzugt aus der Region, verwendet und Wert darauf gelegt den originalen Stil aus der Vorkriegszeit so gut es geht zu bewahren: So wurden beispielsweise die prägenden Rundbögen der drei Eingangsportale auf der Ostseite wieder freigelegt, die bei einer umfassenden Renovierung in den 60er-Jahren leider durch zeitgemäß eckige Betonstürze ersetzt wurden. Doch nicht alles Neue ist schlecht: Beheizt wird der Bahnhof nicht traditionell, sondern modern mit einer ökologischen Grundwasser-Wärmepumpe, die das ganze Gebäude energiesparend mit Umweltwärme und Ökostrom CO2-neutral beheizt. Als besonderes Highlight wurde im Erdgeschoss das ursprüngliche Ziegelmauerwerk freigelegt und aufwendig gesäubert, so dass jetzt sogar die Marmorierung der teilweise noch handgeformten Ziegel zur Geltung kommt.

Ein Rundgang durch das Bahnhofsgebäude

Die helle Flügeltüre im Eingangsbereich lädt zum Hineinspitzeln und Eintreten in das gemütliche Bio-Café mit Bücherecke ein. Dort können die Besucher feine selbstgemachte Kuchen, Eis vom Bauernhof und leckere frisch gepresste Bio-Säfte verzehren sowie sich mit unserer Buchwissenschaftlerin Angelika zu den aktuellsten Bucherscheinungen austauschen. Die Wartenden an dem Bahnhof werden vom Kaffeeduft in das Café gelockt und haben nun endlich wieder einen warmen Unterschlupf, falls es mal zu Verspätungen kommt. Auch Autorenlesungen – für Groß und Klein – finden inzwischen regelmäßig statt und sorgen für mehr Kultur auf dem Land.

Die originale Massivholz-Treppe wurde komplett abgeschliffen, neu eingeölt und erstrahlt nun wieder in neuem Glanz. Über diese gelangt man in die Büroräume im ersten Stock, die an die buch7.de GmbH sowie an ein örtliches Versicherungsbüro vermietet werden. Im Stockwerk darüber befindet sich nun eine Wohnung, in der die junge Hausmeisterfamilie ein neues Zuhause gefunden hat und immerzu nach dem Rechten im Gebäude und angrenzenden Garten schaut. Für diese umfassenden Renovierungsmaßnahmen kommt von buch7 eine Anschubfinanzierung über 333.333,33 € – mit dem Ziel, den Bahnhof damit für das nächste Jahrhundert und gerne auch darüber hinaus zu erhalten.

Denn das Ziel ist es, viele verschiedene Menschen und Angebote an einem Ort zusammenzubringen – ein Ort für Begegnungen, Raum für kulturellen Dialog, Austausch zu nachhaltigen, kulturellen und sozialen Themen, ein Garten für ökologische Projekte, Bildungsangebote oder Mitmach-Kurse.

Auch für die Zukunft will sich buch7 weiter für den Kulturbahnhof engagieren, auch wenn der Schwerpunkt der Förderung wieder mehr auf die Vielfalt der Projekte in ganz Deutschland gelegt werden soll. Es ist geplant, dass ein kleinerer Teil der Sponsorings weiter an den Bahnhof fließen soll, damit dieser nach und nach seine Schulden von 200.000 € tilgen kann, die Renovierung hätte mit den Sponsorings von buch7 alleine nicht bzw. nicht so schnell abgeschlossen werden können. Zudem mietet buch7 die Büroräume und einen Teil des Erdgeschosses für Büroräume und Laden, was nicht nur das Erdgeschoss zusätzlich belebt, sondern dem Kulturbahnhof auch planbare Mieteinnahmen verschafft, mit denen die laufenden Kosten (z.B. Strom, Heizung, Hausmeister) finanziert werden können. Mittel- und langfristig will der Kulturbahnhof natürlich mehr auf eigenen Beinen stehen, weshalb auch jetzt schon das Café (mit viel ehrenamtlichem Einsatz) einen Beitrag zur Aufbesserung der Kasse leistet.

Dem Kulturbahnhof wird Leben eingehaucht

Damit die Bürger aktiv ihre Ideen einbringen und den Ort gestalten können, findet ein regelmäßiger Dialog mit der Bevölkerung statt. Das Café ist dreimal die Woche geöffnet und zusätzlich haben wir gleich im ersten Monat der Renovierung zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Den ganzen Nachmittag konnten Jung und Alt das um 1910 erbaute Bahnhofsgebäude im Rohzustand besichtigen, Ideen für die Nutzung wurden gesammelt und gemeinsam auf den buch7-Kulturbahnhof angestoßen. Viele kannten das Gebäude noch mit Schalter und Ticketverkauf oder erinnern sich an Schulfreunde, die dort gewohnt haben. Auch während der Bauphase war der Bahnhof immer wieder für interessierte Besucher geöffnet, teilweise noch mit einem „Wald“ aus Stahlstützen, als Wände entfernt und neue Stahlträger einbetoniert wurden. Inzwischen ist der Bahnhof drei mal die Woche mit Bio-Café und Buchladen geöffnet und darüber hinaus noch für die jeweiligen Veranstaltungen, wenn nicht gerade die Corona-Beschränkungen dazwischen kommen.

Ganz entscheidend für den Erfolg und die Ausrichtung des Kulturbahnhofs wird die „Abstimmung mit den Füßen“: Egal ob Autorenlesung, internationaler kulinarischer Abend, alternative Kino-Vorführung, Café oder kleiner Buchladen – Ideen sind da, aber die Besucher werden entscheiden, was zum Erfolg wird. Deswegen laden wir alle Interessierten ein, mit uns gemeinsam zu diskutieren, wie der Kulturbahnhof konkret weiterentwickelt werden soll.

Wer also Interesse hat, sich zu informieren oder sogar zu engagieren – oder wer einfach neugierig geworden ist, ist herzlich eingeladen und kann sich jederzeit gerne beim Team des Kulturbahnhofs (team@buch7-kulturbahnhof.de, 08230 27 39 777) melden.

Wenn Sie noch genauere Informationen zu unserem buch7-Kulturbahnhof haben möchten, stöbern Sie gern in unseren FAQ zum buch7-Kulturbahnhof. Dort haben wir viele mögliche Fragen rund um das Projekt gesammelt. Haben Sie Kritik oder Anregungen zum Bahnhofsprojekt? Schicken Sie uns gerne eine Email an feedback@buch7.



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