Homo mundanus – Wolfgang Welsch | buch7 – Der soziale Buchhandel
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Homo mundanus

Jenseits der anthropischen Denkform der Moderne

Wenn die Moderne glaubte, alles sei vom Menschen aus und auf
diesen hin zu verstehen, so beruhte dies auf der Annahme, dass
der Mensch eigentlich ein Weltfremdling sei. Ein solcher soll er sein,
weil er durch eine weltüberlegene und ihn von allen anderen Lebewesen
unterscheidende Natur ausgezeichnet ist. Diese Sondernatur
des Menschen wurde traditionell darin gesehen, dass der Mensch
das einzige mit Rationalität begabte Wesen sei. Das kam in der Definition
des Menschen als animal rationale zum Ausdruck. Eine Seele
mögen die anderen Lebewesen auch besitzen; sogar die Pflanzen
haben vielleicht eine solche, und die Tiere verfügen zudem über
Empfindung und Wahrnehmung und wohl auch über Gedächtnis
und Phantasie. Aber Rationalität soll ausschließlich dem Menschen
zukommen, soll dessen Monopol und Privileg sein.
Nun ist dies allerdings, wie neuere wissenschaftliche Befunde gezeigt
haben, unhaltbar. Viele Tiere verfügen bereits über erstaunliche
rationale Fähigkeiten. Unsere Rationalität ist demgegenüber
zwar weiter fortgeschritten, aber sie hat sich eben aus prähumanen
Vorgaben und Errungenschaften entwickelt. Das zeigt, dass wir kraft
der Rationalität gerade nicht absolute Sonderwesen sind, sondern in
einer Kontinuität mit den anderen Lebewesen stehen. Und so belegt
das Merkmal, das einst als Alleinstellungsmerkmal und als Beleg für
die Disparität der menschlichen gegenüber der weltlichen Natur gelten
sollte, paradigmatisch, was für jeden Zug des Menschen gilt: dass
er von Vorgaben und Anbahnungen aus erwachsen ist, die sich auch
sonstwo in der Welt schon finden. >Geist< ist evolutionär erwachsen,
und somit sind wir Menschen nicht nur in unserem biologischen,
emotionalen und ethologischen, sondern noch in unserem kognitiven
Setup zutiefst weltgeprägte und weltverbundene Wesen.

Taschenbuch 06/2012
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Autoreninformationen

Wolfgang Welsch, geb 1946, ist Professor für
Philosophie an der Universität Jena. Publikationen
u.a.: Aisthesis. Grundzüge und Perspektiven
der Aristotelischen Sinneslehre (1987); Unsere
postmoderne Moderne (1987, 7. Aufl. 2008); Ästhetisches
Denken (1990, 6. Aufl. 2003); Vernunft.
Die zeitgenössische Vernunftkritik und das Konzept
der transversalen Vernunft (1995; 4. Aufl.
2007).

Inhaltsverzeichnis

Der Erste Teil gibt einen Überblick über historische
Konturen der Problematik. Dabei geht es mehr um Typologie
als um Historie. Inwiefern haben antike und
mittelalterliche Positionen ein anderes Verständnis des
Menschen und seines Weltverhältnisses vertreten als die
Moderne - und inwieweit bestehen gleichwohl gewisse
Vorläuferschaften? Welche Argumente für eine Weltverbundenheit
des Menschen sind den älteren Konzeptionen
noch immer zu entnehmen? Wodurch kam es am Ende der
Neuzeit und zu Beginn der Moderne zur Ausbildung und
schließlich zur Herrschaft der anthropischen Denkweise?
Welches Spektrum unterschiedlicher Facetten hat diese
Position anschließend angenommen? Und was sind ihre
Dauerprobleme?
Der Zweite Teil arbeitet die Tiefenstruktur der modernen
Denkform heraus: den grundlegenden Dualismus von
Mensch und Welt sowie dessen idealistisch-konstruktivistische
Konsequenzen. Anschließend wird das moderne
Widerspiel von Idealismus und Realismus verfolgt.
Schließlich wird gezeigt, wie die zeitgenössische analytische
Philosophie - bei allen anti-dualistischen Plädoyers
- der anthropischen Konstellation der Moderne verbunden
und dem genannten Widerspiel ausgesetzt bleibt.
Der Dritte Teil thematisiert Zeugnisse, die für ein nicht-dualistisches
Weltverhältnis sprechen. Sie sind überwiegend
dem literarischen und künstlerischen Bereich entnommen.
Es geht um Phänomene, die über die moderne Denkform
und deren Basisannahmen hinausweisen. Erfahrungsanalysen
verdeutlichen zusätzlich die tiefe Welthaftigkeit
unserer Existenz. Deren Erklärung wird dann in den anschließenden
Teilen unternommen.
Der Vierte Teil entwickelt ein evolutionäres Verständnis
des Menschen. Zunächst wird im Anschluss an eine
Kurzdarstellung der kosmischen und biotischen Evolution
die evolutionäre Prägung des Menschen dargestellt.
Anschließend wird das Verhältnis von Natur und Kultur
thematisiert sowie die Emergenz der Kultur aufgeklärt.
Dann wird, insbesondere im Blick auf kognitive Leistungen,
das Zusammenspiel von biologischen Vorgaben und
kultureller Fortführung behandelt. Der Mensch verspielt
die anfängliche Welthaltigkeit der Kognition in deren
Weiterentwicklung nicht, sondern verstärkt und erweitert
sie. Er bleibt gerade auch kulturell ein Weltwesen.
Der Fünfte Teil wendet sich nach der Neubestimmung der
Anthropologie den Feldern der Ontologie und Epistemologie
zu. Zunächst wird das Konzept einer konsequent
genetischen Ontologie entwickelt. Anschließend wird im
Blick auf die ontologische Verankerung der Kognition die
Seinsbedeutung und Objektivität der Kognition herausgearbeitet.
Damit ist der moderne Denkrahmen endgültig
überschritten.

Produktdetails

EAN / 13-stellige ISBN 978-3942393416
10-stellige ISBN 3942393417
Verlag Velbrueck GmbH
Sprache Deutsch
Editionsform Hardcover / Softcover / Karten
Einbandart Taschenbuch
Erscheinungsdatum 1. Juni 2012
Seitenzahl 1004
Format (L×B×H) 22,2cm × 14,0cm × 5,3cm
Gewicht 1268g
Warengruppe des Lieferanten Geisteswissenschaften - Philosophie
Mehrwertsteuer 7% (im angegebenen Preis enthalten)
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