Gormenghast / Der junge Titus (Gormenghast, Bd. 1) – Mervyn Peake, Annette Charpentier | buch7 – Der soziale Buchhandel
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Autor/in: Mervyn Peake
Übersetzung: Annette Charpentier
Autor/in: Mervyn Peake
Übersetzung: Annette Charpentier

Gormenghast / Der junge Titus (Gormenghast, Bd. 1)

Neuausgabe

Gormenghast - das mächtige, labyrinthische Schloß, der Stammsitz der Grafen Groan, gehört zwar keiner Zeit an und keinem bestimmten Ort, doch so, wie Mervyn Peake seine phantastische Geschichte erzählt, bleibt weiter nichts unbestimmt ...

Im Gegenteil: jede Szene wird grell ausgeleuchtet, wird geradezu furchterregend nahegerückt. Bewohnt wird das Schloß von erstaunlichen Figuren mit ausgesprochenen Mittelstandsallüren, die der Autor so dicht heranführt, daß man sie beinahe berühren könnte. Und den fetten Swelter zu berühren, die massige Lady Gertrude oder den spinnenhaften Mister Flay, das wäre in der Tat ein Schock.

Ein Fantasyroman voll schillernder Figuren und einem labyrinthischen Schauplatz, der skurriler nicht sein könnte. Mervyn Peakes zeitloses Meisterwerk ist das Vorbild für viele moderne Fantasyautoren.

»Gormenghast« ist von der Hand eines Zauberers geschrieben.

Gebunden 08/2010
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Autoreninformationen

Mervyn Peake, geboren 1911 im Kaiserreich China, ist neben seinen literarischen Werken auch als Maler und Illustrator hervorgetreten. Mit »Gormenghast« wurde er international bekannt. Peake starb 1968 in Burford bei Oxford.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort von Kai Meyer
Jemand hat einmal die Frage gestellt, wie sich die phantastische Literatur  entwickelt hätte, wäre nicht Tolkiens Herr der Ringe , sondern Mervyn  Peakes Gormenghast zur Blaupause des modernen Fantasy-Genres geworden.
Sicher ist, es gäbe mehr Bücher wie jene Handvoll, die sich ganz offen zu  Peake bekennt: Gloriana von Michael Moorcock, China Mievilles  Perdido Street Station , Die Spur des goldenen Opfers von  Lucius Shepard, natürlich die Viriconium -Trilogie von M. John  Harrison, Gene Wolfes Buch der Neuen Sonne und Jeff VanderMeers  Stadt der Heiligen & Verrückten . Es mag noch weitere geben, aber  alles in allem ist die Liste nicht lang.
Warum also gilt Gormenghast bis heute als einer der Eckpfeiler der  Fantasy?
Vielleicht, weil es abseits von Tolkien das erste Werk war, das voll und ganz  auf Visualisierung setzt. Die Geschichte - gut und schön. Die Charaktere - ein  Panoptikum aus wandelnden Grotesken. Aber was da vor unserem inneren Auge  entsteht, schon in den allerersten Sätzen, ist ein ausgefeiltes optisches  Panorama. So wundert es nicht, dass Peake sich, wie Tolkien, erst zu einem  Erfolgsautor entwickelte, als auch das Medium Film am Ende der Sechzigerjahre  durch breitere Streuung und Verfügbarkeit einen neuen Stellenwert erlangte. Die  protestierenden Studenten, die die Welten von Mittelerde und Gormenghast nahezu  zeitgleich für sich entdeckten, waren - anders als ihre Eltern - bereits an  Leinwand und Bildschirm geschult, sie wollten Geschichten und Welten nicht nur  lesen, sondern sehen . Die Grenze zwischen den Wahrnehmungen beider  Medien, zuvor vom Literaturbetrieb unumstösslich aufrecht erhalten, fiel  gemeinsam mit vielen anderen Schranken in jenen Jahren. Und so verwundert es  nicht, dass zwei Romane, die auf den ersten Blick wenig verbindet, aufgrund der  atemberaubenden Visualität ihrer Beschreibungen so häufig in einem Atemzug  genannt werden.
Man mag sich für den Plot der Gormenghast -Romane begeistern oder  nicht, ihrer Atmosphäre kann man sich kaum entziehen. Und es sind jene  Stimmungen, heraufbeschworen durch die sprachgewaltige Beschreibung der  Schauplätze, die bis heute Generationen von Autoren geprägt haben. Nicht allen  Geschichten mag man es auf den ersten Blick ansehen, aber Gormenghasts Einfluss  ist in der aktuellen Phantastik allgegenwärtig. Seine Steine wurden abgetragen  wie die der alten englischen Landhäuser, die man auf der anderen Seite des  Ozeans wieder aufgebaut hat. Das Gestein von Schloss Gormenghast steckt in  George R. R. Martins voluminösen Fantasyepen ebenso wie in den Pixeln  zahlreicher   Videospiele, Neil Gaimans Sandman -Comics und den Filmen  von Tim Burton. Ich selbst habe in meinen Romanen wieder und wieder mit dem  Mörtel der Groans gemauert; ich weiß schon gar nicht mehr, wie oft ich meine  Heldinnen und Helden über weitläufige Dächer und enge Treppenfluchten, durch  endlose Hallen und verwinkelte Steinkorridore gejagt habe.
Vieles, das wir heute »gotisch« nennen, geht mindestens so sehr auf  Gormenghasts Fundamente zurück wie auf die häufiger genannten Klassiker von  Walpole und Radcliffe. So scheint es auf den ersten Blick verwunderlich, dass  wir die Wurzeln seiner Entstehung ausgerechnet in China suchen müssen.
Mervyn Peake wurde 1911 in Guling geboren, einem beliebten Urlaubsort  europäischer Kolonialherren im Osten   Chinas. Vor allem Briten errichteten hier  hunderte von Villen, in die sie sich vor der Sommerhitze des Tieflandes  zurückzogen.
Peakes Vater arbeitete als Arzt und Missionar, seine Mutter als  Krankenschwester. Als die Familie 1923 nach England zurückkehrte, hatten die  Jahre in Guling und später in Peking den Zwölfjährigen bereits tief geprägt. Die  strengen Rituale des chinesischen Alltags sollten auch das Leben der Bewohner  Gormenghasts beherrschen: Das Schloss ist durchdrungen von Peakes  Kindheitseindrücken. Die archaischen Statuen, die er als Junge auf der Straße  nach Peking passierte, dienten ihm als Vorbilder für Gormenghasts Bildhauereien;  chinesische Jadeschnitzer finden ihre Entsprechung in den armseligen  Dorfbewohnern, deren Schnitzwerke um die Gunst der Herrscherfamilie  konkurrieren. So wie Peake die Lehmhütten der Bergbewohner rund um Guling »wie  Napfschnecken« an die Hänge seines Schlossberges versetzte, übernahm er auch die  labyrinthische Architektur von Pekings Verbotener Stadt als imaginären Bauplan  für das Setting seiner Romane - und potenzierte seine Dimensionen ins Maßlose.  Gormenghast mag vordergründig den Anschein europäischer Historie erwecken, aber  selbst sein verkrustetes Feudalsystem hat mehr mit den Gegebenheiten am  chinesischen Kaiserhof gemein als mit dem britischen Königshaus.
Daheim in England besuchte Mervyn Peake das Internat Eltham School, und die  dortigen Zustände verarbeitete er mit satirischer Feder im zweiten Band seines  Werks, in den Spielen von Titus' Mitschülern, und mehr noch im Gebaren der  skurrilen Lehrerschaft.
Nach zweijähriger Ausbildung an einer Kunsthochschule zog es den begabten  Illustrator auf die Kanalinsel Sark. Obgleich er sich gelegentlich mit den  eigenbrötlerischen Bewohnern anlegte, scheint er dort eine glückliche Zeit  verbracht zu haben. Seine Vermieterin Miss Renouf liebte Federvieh und führte  mit Vorliebe einen weißen Vogel auf ihrer Schulter spazieren; sie mag die  Inspiration für manche Eigenheiten der zukünftigen Lady Groan geliefert haben.
Peakes Ruf als Zeichner und Maler wuchs, er ging zurück aufs Festland,  heiratete, zeugte mehrere Kinder. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er  eingezogen, langweilte sich in verschiedenen Kasernen und Garnsionen und schrieb  währenddessen am ersten Gormenghast -Roman. 1940 ließ er während eines  Heimaturlaubs bei seiner Frau Maeve den Beginn jenes Manuskripts zurück, das  bald zu Der junge Titus heranwachsen sollte; bald folgten weitere  Kapitel. Maeve bewahrte die Teile des Romans unter ihrem Bett auf. Wenn sie für  längere Zeit das Haus verließ, trug sie die Seiten bei sich - aus Angst, dass  sie während eines Luftangriffs verloren gehen könnten.
Peake hasste den Alltag in der Armee und verarbeitete seine Ablehnung im  rigid geregelten Tagesablauf der Bewohner Gormenghasts. Nach zwei Jahren und  einem Nervenzusammenbruch wurde er aus dem Dienst entlassen und kehrte zu seiner  Familie zurück. Er vollendete den ersten Band im Garten-Cottage seines  Elternhauses, wo er nun mit Maeve und den beiden Kindern lebte.
Ausgerechnet Graham Greene war es, der dafür sorgte, dass Titus Groan  veröffentlicht wurde. Es heißt, Peake sei ihm zufällig in einem Londoner  Café begegnet und habe ihm dort zum ersten Mal von Gormenghast erzählt.  Greene, damals bereits ein erfolgreicher Schriftsteller, las das Manuskript -  und sein erstes Urteil war niederschmetternd. »Sehr enttäuscht« sei er, schrieb  er Peake in einem Brief. Er habe ihm »gelegentlich den Hals umdrehen wollen«,  weil er »ein erstklassiges Buch durch Nachlässigkeit verdorben« habe. Zuletzt  bot er ihm an, das Ganze bei einem Whiskey in einer Bar zu besprechen. Das muss  geholfen haben, denn nach gründlicher Überarbeitung wurde das Buch 1946 vom  Verlag Eyre & Spottiswoode publiziert.
Im selben Jahr kehrte die Familie zurück auf die Insel Sark, wo der zweite  Roman entstand. Nebenbei schuf Peake zahllose Zeichnungen seiner Figuren, weil  er sich nicht damit zufrieden gab, die Welt von Gormenghast allein durch Worte  zum Leben zu erwecken. Örtlichkeiten auf Sark flossen namentlich in die  Geschichte ein, wurden zu Teilen des Schlosses und seiner Umgebung.   Als er  zehn Jahre später am dritten Buch saß und mit Frau und Kindern längst wieder auf  dem Festland lebte, zog es ihn noch einmal in die Abgeschiedenheit der Insel;  diesmal fuhr er allein, um dort in Ruhe den Roman zu vollenden.
Mervyn Peake ist niemals zu Reichtum gekommen, auch nicht zu seinen  erfolgreichsten Zeiten als Illustrator. Die Gormenghast -Romane wurden  von der Kritik überwiegend wohlwollend aufgenommen, waren aber alles andere als  Bestseller. Peake begann, Theaterstücke zu schreiben, in der Hoffnung, damit  mehr Geld zu verdienen. Doch als sein Drama The Wit to Woo 1957 in  London uraufgeführt wurde, entpuppte es sich als katastrophaler Misserfolg -  ganze siebzehn Pfund habe es eingespielt, wird behauptet, bevor es überstürzt  wieder abgesetzt wurde. Am selben Tag erkrankte Peake und erholte sich nie  wieder.
Offenbar war es eine Kombination verschiedener Krankheiten, die im Laufe der  kommenden Jahre sein Gehirn angriff, darunter Symptome von Parkinson und  Enzephalitis. Er lebte noch ein ganzes Jahrzehnt, verlor aber die Fähigkeit zu  zeichnen, und ein vierter Gormenghast -Roman - eine von mehreren  geplanten Fortsetzungen - blieb Fragment. Mervyn Peake starb 1968 im Alter von  57 Jahren, körperlich und geistig ein alter Mann, der den späten Erfolg seiner  Bücher nicht mehr miterlebt hat.
Wie schon im Fall von Tolkiens Herr der Ringe war es die Jugend zur  Zeit der Studentenrevolten, die Gormenghast wiederentdeckte und zu  anhaltender Popularität verhalf. Titus und Steerpike haben nie die Berühmtheit  von Frodo und Sauron erreicht, aber Peakes Protagonisten besitzen etwas, das  Tolkiens Helden vollkommen abgeht: unbändigen Drang zur Rebellion. Sie stellen  sich gegen die eingerostete Obrigkeit und ihre Traditionen, persönliche Freiheit  wird ihnen zum   höchsten Gut. Dass sie dies zu Feinden macht statt zu  Verbündeten, ist die große Tragik ihrer Geschichte. Peake führt beide nicht als  Sympathieträger im modernen Sinne, und es ist entlarvend, dass einem  ausgerechnet Steerpike in all seiner Verschlagenheit ans Herz wächst: Er ist  radikal und gnadenlos, zugleich aber wendet er das verhasste System geschickt  gegen sich selbst. Und Steerpike ist es auch, durch dessen Augen wir Gormenghast  erstmals kennenlernen - am eindrucksvollsten während seiner Kletterpartie über  die Dachlandschaft des Schlosses, als er die verrottenden Strukturen aus der  Vogelperspektive betrachtet. Es ist der Blickwinkel des ewigen Rebellen, den  Peake hier einnimmt, die Sicht von einem, der glaubt zu durchschauen, was falsch  läuft in seiner Gesellschaft.
Steerpike und Titus sind Gormenghasts ganz eigene Jugendbewegung, und wir  teilen ihre Enttäuschung und ihre Wut, so als wären wir es, die den maroden  Mikrokosmos einer ganzen Welt zu unseren Füßen sehen.
Kai Meyer, Mai 2010

Produktdetails

EAN / 13-stellige ISBN 978-3608939217
10-stellige ISBN 3608939210
Verlag Klett-Cotta Verlag
Sprache Deutsch
Originalsprache Englisch
Editionsform Hardcover / Softcover / Karten
Einbandart Gebunden
Erscheinungsdatum 12. August 2010
Seitenzahl 616
Originaltitel Titus Groan
Format (L×B×H) 21,4cm × 13,9cm × 4,6cm
Gewicht 720g
Warengruppe des Lieferanten Belletristik - Science Fiction, Fantasy
Mehrwertsteuer 7% (im angegebenen Preis enthalten)
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